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Was ist mein Gebrauchtgegenstand wert? Preisfindung in fünf Schritten

Aktualisiert am 4. Juli 2026 · 2 Min. Lesezeit

Der häufigste Fehler beim Privatverkauf ist nicht der zu tiefe Preis – es ist der Fantasiepreis, der das Inserat wochenlang liegen lässt, bis es unsichtbar geworden ist. Realistische Preise verkaufen schneller und am Ende meist teurer, weil frische Inserate mehr Aufmerksamkeit bekommen. So gehst du systematisch vor.

Schritt 1: Neupreis und Nachfolgemodell klären

Recherchiere den aktuellen Neupreis deines Artikels oder seines Nachfolgers. Wichtig: Der relevante Anker ist der heutige Strassenpreis, nicht was du damals bezahlt hast. Gibt es das Produkt neu im Abverkauf für die Hälfte, richtet sich dein Occasionspreis danach.

Schritt 2: die Abschreibungskurve deiner Kategorie

  • Unterhaltungselektronik und Smartphones: verlieren schnell – nach einem Jahr 30 bis 50 Prozent, nach drei Jahren 60 bis 80 Prozent.
  • E-Bikes und Sportgeräte: erstes Jahr 25 bis 35 Prozent, danach flacher.
  • Qualitätswerkzeug und Maschinen: langsame Kurve – gepflegte Profigeräte halten 40 bis 60 Prozent über Jahre.
  • Möbel: stark markenabhängig; Designklassiker halten den Wert, Mitnahmemöbel fallen auf 10 bis 30 Prozent.
  • Outdoor- und Campingausrüstung: solide Mitte, stark saisonabhängig.

Schritt 3: Vergleichsinserate richtig lesen

Suche drei bis fünf vergleichbare Angebote und achte auf den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Aktive Inserate zeigen, was Verkäufer wollen – nicht, was bezahlt wird. Aussagekräftiger sind kürzlich verkaufte oder deaktivierte Angebote und Inserate mit vielen Beobachtern. Liegen fünf identische Artikel gleichzeitig online, gewinnt der mit dem besten Preis-Foto-Paket; dann lieber knapp darunter einsteigen als in der Mitte warten.

Schritt 4: Zustand ehrlich einstufen und einpreisen

Nutze die Zustandsskala konsequent (neu, wie neu, sehr gut, gut, akzeptabel, für Bastler) und rechne konkret: Jeder fällige Posten – neuer Akku, Service, fehlendes Zubehör – wandert in Franken vom Preis weg. Das ist auch dein bestes Verhandlungsargument: Wer vorrechnet, statt zu behaupten, verhandelt aus der starken Position.

Schritt 5: Format und Verhandlungsreserve wählen

  • Fixpreis: für alles mit klarem Marktwert – schnell und planbar. Mit 10 bis 15 Prozent Verhandlungsreserve einsteigen, wenn du Preisvorschläge zulässt.
  • Auktion: stark bei gesuchten oder schwer bewertbaren Artikeln (Sammlerstücke, Raritäten) mit tiefem Startpreis für Bieterwettbewerb – schwach bei Alltagsware.
  • Preisvorschlag: der Mittelweg – Fixpreis plus Offenheit für seriöse Angebote; auf shopitnow als «Preisvorschlag» direkt im Inserat aktivierbar.
  • Runde Schwellen beachten: 190 statt 210 Franken erscheint in mehr Filterergebnissen («bis 200»).

Häufige Fragen

Soll ich Verhandlungsspielraum einrechnen?

In der Schweiz wird moderat verhandelt: 10 bis 15 Prozent Reserve sind üblich. Setze den Ankerpreis so, dass du nach einem Nachlass beim Zielpreis landest – aber nicht so hoch, dass das Inserat in den Filtern verschwindet.

Mein Inserat läuft seit Wochen ohne Anfrage. Was tun?

Das ist fast immer ein Preis- oder Präsentationssignal. Prüfe zuerst Hauptfoto und Titel, dann senke den Preis in einem sichtbaren Schritt (10 bis 15 Prozent) statt in Trippelschritten – oder wechsle das Format und starte eine Auktion mit tiefem Startpreis.

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