Ob Pensionierung, Geschäftsaufgabe oder Platznot: Eine Werkstatt- oder Lagerauflösung ist ein Projekt, kein einzelnes Inserat. Wer alles pauschal einem Liquidator übergibt, bekommt schnell Platz, aber wenig Geld – wer jede Schraube einzeln inseriert, verliert Monate. Der beste Weg liegt dazwischen und folgt einem einfachen Fahrplan.
Schritt 1: Inventar erfassen, bevor du bewertest
Geh mit dem Handy durch und erfasse alles in einer simplen Tabelle: Position, Marke/Modell, Zustand, geschätzter Neupreis, Foto-Nummer. Das dauert bei einer typischen Werkstatt ein bis zwei Tage und ist die Grundlage für alles Weitere – auch für die Buchhaltung, falls du gewerblich verkaufst.
Schritt 2: ABC-Einteilung
- A-Ware (einzeln verkaufen): Profi-Elektrowerkzeuge, Maschinen, Messgeräte, Spezialwerkzeug, neuwertige Lagerware – alles ab etwa 80 bis 100 Franken Einzelwert. Hier steckt typischerweise 70 bis 80 Prozent des Erlöses in 20 Prozent der Positionen.
- B-Ware (in Posten bündeln): Handwerkzeug-Sets, Kleinteile-Sortimente, Verbrauchsmaterial. Als thematische Konvolute verkaufen («Schraubenlager komplett», «Elektriker-Sortiment»).
- C-Ware (verschenken oder entsorgen): Defektes ohne Bastlerwert, Angebrochenes, Undokumentiertes. Ehrlich aussortieren – C-Ware in Inseraten verwässert den Wert der A-Ware.
Schritt 3: realistisch bewerten
Für A-Ware gilt die Werkzeug-Faustregel: gepflegte Profigeräte 40 bis 60 Prozent des Neupreises, Geräte mit Baustellenspuren 25 bis 40 Prozent. Posten (B-Ware) werden über den Materialwert plus Zeitersparnis des Käufers bepreist – als Richtwert 15 bis 30 Prozent des summierten Neupreises. Grössere Maschinen (Drehbank, Kompressor, Hebebühne) einzeln recherchieren; bei immatrikulationspflichtigen Fahrzeugen und grossen Maschinen läuft der Verkauf auf shopitnow als reines Inserat mit direkter Kontaktaufnahme.
Schritt 4: effizient inserieren statt einzeln tippen
Ab 20 bis 30 Positionen lohnt sich Werkzeug statt Handarbeit: Auf shopitnow kannst du Inserate per CSV-Datei gesammelt hochladen (ab dem Business-Tarif) – deine Inventartabelle ist dann schon die halbe Arbeit. Fotos im Batch aufnehmen (gleicher Ort, gleiches Licht, Position für Position) spart nochmals Stunden. Gewerbliche Anbieter verifizieren sich zusätzlich über das Handelsregister (Zefix) und erhalten ein sichtbares Abzeichen – bei Auflösungen das stärkste Vertrauenssignal gegenüber Käufern.
Mit dem Shop-Widget (ab Basic) bindest du deine aktiven Inserate zusätzlich auf der eigenen Firmenwebsite ein – so erreicht die Auflösung auch deine bestehende Kundschaft, ohne dass du etwas doppelt pflegst.
Schritt 5: Timing und Restposten
- Plane zwei bis drei Monate Verkaufszeit vor dem Räumungstermin – unter Zeitdruck verkauft man immer schlecht.
- Starte mit der A-Ware; B-Posten folgen gestaffelt, damit dein Profil laufend frische Inserate zeigt.
- Was vier Wochen vor Schluss übrig ist, geht als Gesamtposten an Händler, Vereine oder Berufsschulen – oder an den Liquidator, dann aber nur noch der Rest.
- Entsorgung einplanen: Mulde und Schadstoff-Rückgabe (Farben, Öle, Batterien) kosten Geld und Vorlaufzeit.
Hinweis für Gewerbliche: Verkäufe aus dem Geschäftsvermögen gehören in die Buchhaltung, und je nach Situation ist die Mehrwertsteuer zu berücksichtigen. Kläre das kurz mit deiner Treuhandstelle – dieser Ratgeber ersetzt keine Steuerberatung.
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