Zwischen zwei identischen Artikeln gewinnt immer der mit den besseren Fotos – oft sogar zu einem höheren Preis. Dafür braucht es kein Studio: Ein Smartphone, Tageslicht und zehn Minuten Sorgfalt genügen. Entscheidend ist, was du zeigst und in welcher Reihenfolge.
Licht und Hintergrund: die zwei Hebel
- Tageslicht schlägt jede Lampe: bewölkter Himmel oder indirektes Licht am Fenster ist ideal; pralle Sonne erzeugt harte Schatten.
- Blitz aus – er macht Flecken unsichtbar und Oberflächen unnatürlich.
- Ruhiger, neutraler Hintergrund: graue Wand, Holztisch, Betonboden. Wäschekorb und Küchenchaos kosten bares Geld.
- Der Artikel ist sauber und komplett montiert – Putzen vor dem Fotografieren ist die rentabelste Minute des ganzen Verkaufs.
Das Hauptfoto: formatfüllend und eindeutig
Das erste Bild erscheint in den Suchergebnissen – es entscheidet über den Klick. Zeige den ganzen Artikel formatfüllend, leicht schräg von vorne (das wirkt plastischer als frontal), ohne Zubehör-Wirrwarr daneben. Querformat nutzt die Vorschaufläche am besten.
Die richtige Reihenfolge für 8 bis 12 Bilder
- 1. Gesamtansicht schräg vorne (Hauptfoto)
- 2.–3. Gesamtansichten von der Seite und hinten
- 4.–6. Funktionsdetails: Anschlüsse, Bedienelemente, Typenschild oder Etikette mit Modell und Grösse
- 7.–8. Zubehör und Lieferumfang auf einem Bild versammelt
- 9.–10. Nahaufnahmen der Gebrauchsspuren und Mängel
- 11.–12. Grössenreferenz (Massband am Objekt) oder der Artikel im Einsatz
Warum du Mängel gross fotografieren solltest
Der Kratzer, den du zeigst, ist ein Verkaufsargument – der Kratzer, den der Käufer bei der Übergabe entdeckt, ist ein Streitfall. Ehrliche Mängelfotos filtern die falschen Interessenten, senken die Rückfragen und geben dir in der Verhandlung die Kontrolle: Der Preis berücksichtigt den Zustand bereits sichtbar.
Was nicht ins Bild gehört
- Fremd- oder Katalogbilder: Sie sind urheberrechtlich heikel, auf shopitnow unerwünscht und für Käufer ein bekanntes Betrugssignal.
- Seriennummern, IMEI, Rahmennummern: im Foto unkenntlich machen und erst dem Käufer bei der Übergabe zeigen.
- Persönliches: Adressen auf Etiketten, Autokennzeichen, Personen im Spiegel.
- Starke Filter oder Beautify-Effekte – Farbtreue schlägt Hochglanz, denn Enttäuschung bei der Übergabe platzt den Verkauf.
Bonus: der Titel zum Foto
Titel und Hauptfoto arbeiten zusammen. Die bewährte Titel-Formel: Marke + Modell + wichtigste Eigenschaft + Zustand oder Grösse. Also «Makita DHP481 Akku-Schlagbohrschrauber 18V, 2 Akkus, sehr gut» statt «Bohrmaschine günstig». Schreibe, wonach Käufer suchen – nicht, was du empfindest.
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