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TWINT-Betrug beim Privatverkauf: die aktuellen Maschen und wie du dich schützst

Aktualisiert am 4. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit

Wer in der Schweiz privat verkauft, wird früher oder später von Betrügern kontaktiert. Die Kantonspolizeien melden seit 2025 eine anhaltende Welle von Phishing-Angriffen, die sich gezielt gegen Verkäuferinnen und Verkäufer auf Kleinanzeigen-Plattformen richtet. Allein die Kantonspolizei Bern registrierte bis Mai 2025 über 70 Fälle mit rund 100'000 Franken Schaden. Die gute Nachricht: Praktisch alle Maschen scheitern, wenn du ein paar einfache Regeln konsequent einhältst.

Masche 1: Der Käufer, der dich bezahlen lässt

Ein angeblicher Käufer meldet sich schnell, stellt kaum Fragen und will sofort per TWINT zahlen. Dann schickt er dir einen Link oder QR-Code, angeblich um die Zahlung zu «bestätigen» oder «freizugeben». In Wahrheit löst du damit selbst eine Zahlung aus oder gibst deine TWINT- oder Kartendaten auf einer gefälschten Seite ein.

Merksatz: Um Geld zu empfangen, musst du bei TWINT nie einen Code scannen, keinen Link öffnen und nichts bestätigen. Geld kommt von allein an. Jede angebliche «Empfangsbestätigung» über einen Link ist Betrug.

Masche 2: Der falsche Kurier der Post

Der «Käufer» behauptet, er habe einen Kurier der Schweizer Post organisiert, der das Paket abholt und dir das Geld übergibt oder eine Versicherung abschliesst. Es folgt ein Link zu einer täuschend echten Post-Seite, auf der du Kartendaten und einen SMS-Code eingeben sollst. Die Post bietet keinen solchen Privatkurier-Service an. Brich den Kontakt ab.

Masche 3: Die gefälschte Zahlungsbestätigung

Du erhältst eine E-Mail, die aussieht wie eine Plattform- oder Bankbestätigung: «Der Käufer hat bezahlt, versende die Ware.» Seit 2026 klinken sich Betrüger sogar in echte Kaufprozesse ein und nutzen echte Plattform-Mails als Vertrauensanker, bevor sie per WhatsApp weitermachen.

Merksatz: Massgeblich ist ausschliesslich dein eigenes Konto. Geld ist erst dann da, wenn du es selbst in deiner Banking- oder TWINT-App siehst – nicht, wenn ein Screenshot, eine E-Mail oder eine SMS es behauptet.

Masche 4: Der Wechsel auf WhatsApp

Fast alle Betrugsversuche beginnen mit demselben Satz: «Können wir auf WhatsApp weiterschreiben?» Ausserhalb der Plattform gibt es keine Moderation, keine Filter und keine Spuren. Seriöse Käufer haben kein Problem damit, im Plattform-Chat zu bleiben. Auf shopitnow läuft der Erstkontakt deshalb über den moderierten Chat, der bekannte Betrugsmuster filtert.

Die sieben Grundregeln

  • Bleib im Plattform-Chat, bis der Kauf vereinbart ist. Wer sofort auf WhatsApp drängt, fliegt raus.
  • Um Geld zu EMPFANGEN: nie Codes scannen, nie Links öffnen, nie Daten eingeben.
  • Glaube keiner Zahlungsbestätigung per Mail, SMS oder Screenshot. Prüfe dein eigenes Konto.
  • Gib niemals Karten-Daten, TWINT-PIN oder SMS-/Aktivierungscodes weiter – auch nicht am Telefon an einen angeblichen «Support».
  • Misstrau überhöhter Eile: Sofortkauf ohne Fragen, Überzahlung, Kurier-Angebote sind klassische Signale.
  • Übergib Ware erst, wenn das Geld wirklich bei dir eingetroffen ist, oder wähle Barzahlung bei Abholung.
  • Bei Verdacht: Kontakt abbrechen, Profil melden. Bei Schaden: sofort Bank/TWINT kontaktieren und Anzeige erstatten (cybercrimepolice.ch).

Was shopitnow dazu beiträgt

Kein Marktplatz kann Betrug vollständig verhindern. Wir senken das Risiko mit mehreren Schichten: Der Erstkontakt läuft über den moderierten Chat mit Betrugsmuster-Filter, gewerbliche Anbieter können sich über das Schweizer Handelsregister (Zefix) verifizieren und tragen ein sichtbares Abzeichen, und Meldungen werden von Menschen geprüft. Bei Fahrzeugen und Maschinen sind Inserate bewusst reine Kontaktanzeigen: Besichtigung und Abschluss finden direkt zwischen den Parteien statt – ganz ohne Vorauszahlung an Unbekannte.

Häufige Fragen

Ein Käufer hat mir einen TWINT-QR-Code geschickt, damit ich das Geld erhalte. Ist das echt?

Nein. QR-Codes und Links braucht es bei TWINT nur zum Bezahlen, nie zum Empfangen. Wenn du den Code scannst, zahlst du im besten Fall selbst – im schlechtesten gibst du deine Zugangsdaten preis.

Der Käufer hat mir einen Screenshot der Zahlung geschickt. Kann ich versenden?

Nein. Screenshots sind in Minuten gefälscht. Versende erst, wenn der Betrag in deiner eigenen App oder auf deinem Kontoauszug sichtbar ist.

Ich bin auf eine Masche hereingefallen. Was jetzt?

Sofort deine Bank und TWINT kontaktieren (Karten/Zugänge sperren), Beweise sichern (Chat, Links, Telefonnummern) und bei der Polizei Anzeige erstatten. Melde das Profil zusätzlich der Plattform, damit weitere Opfer verhindert werden.

Bereit zum Verkaufen?

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